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Mikrowellenstrahlung – gefährlich oder unbedenklich?

Mikrowellenstrahlung Viele Familien nutzen die Mikrowelle als praktischen Alltagshelfer. Sie taut Lebensmittel auf oder erwärmt fertig gekochte Speisen. In Kombination mit Grill oder Heißluft lassen sich sogar ganze Gerichte in der Mikrowelle zubereiten als Backofenersatz. Andere Menschen sehen die modernen Geräte kritisch und schätzen die Strahlung gefährlich ein, weil sie Struktur und Aromen der Lebensmittel verändert. Was steckt wirklich dahinter?
Besonderheiten
  • schnelles Erhitzen
  • einfaches Auftauen
  • nicht für alle Lebensmittel
  • als Kombifunktion möglich

Top-Themen: Funktionsweise, Gefahren, Grenzwerte, Messgeräte

Funktionsweise der Mikrowellen – schwingende Wassermoleküle

Die Mikrowelle wurde in den 60er Jahren immer beliebter und hat viele Aufgaben in der Küche übernommen. Heute gibt es moderne Geräte, die mit Gewichtsautomatik und Spezialprogrammen ihre Leistung und die Garzeit automatisch anpassen. Doch wie funktioniert eigentlich das schnelle Erhitzen von Speisen und Flüssigkeiten? Zentrales Element sind elektromagnetische Wellen, die über eine Vakuum-Röhre namens Magnetron abgegeben werden. Sie besitzen eine niedrige Frequenz und werden deshalb auch als Mikrowellen bezeichnet. Der Garraum der Mikrowelle selbst lässt sich mit Metall abschirmen, damit die Wellen nicht nach außen dringen. Sie reflektieren also nur an den Wänden und verteilen sich gleichmäßig im Inneren.

Eine weitere Voraussetzung für die Funktionsweise sind die Wassermoleküle in den Gerichten. Sie beginnen zu rotieren, wenn sie der Mikrowellenstrahlung ausgesetzt sind. Durch diese Bewegung entsteht Wärme und die Temperatur des Wasser steigt. Das Ergebnis: dein Essen wird warm. Allerdings wirken die Mikrowellen auf Lebensmittel unterschiedlich, je nach Gehalt des Wassers. Auch auf Geschirr und Materialien gibt es jeweils eine andere Wirkung. Sie dringen beispielsweise durch Papier, Glas Porzellan oder Plastik, weswegen deine Lebensmittel selbst in geschlossenen Behältern erwärmt werden können. Lediglich von Metall werden sie reflektiert. Die Sichtscheibe in der Mikrowelle besteht also nicht nur aus Glas oder Kunststoff, sondern ist mit einem feinen Drahtgitter durchzogen. So gelangen die elektromagnetischen Wellen nicht aus dem Gerät heraus.

Die Physik der Mikrowelle bekommst du in diesem Video nochmals einfach erklärt. Außerdem werden die die Vor- und Nachteile genauer beschrieben:

Die Gefahren der Mikrowellenstrahlung – nicht krebserregend

Bei der Verwendung von Mikrowellen gibt es einige Punkte zu beachten. Außerdem sind die Meinungen vieler Kritiker zu berücksichtigen. So sei die Strahlung gefährlich für den Menschen, krebserregend oder zerstört wichtige Nährstoffe in den Lebensmitteln. Wissenschaftler sind den meisten Thesen auf den Grund gegangen und beschreiben die eigentlichen Gefahren mit dem Gerät.

Wirkung auf den Menschen – Gefahrenpotenzial

  • Organismus / Gesundheit: Die Mikrowellenstrahlung stellt in gewisser Weise Gefahr für den menschlichen Körper dar und kann Gewebe schädigen. Vor allem die Augen sind hiervon betroffen. Deshalb ist ein guter Mikrowellenherd durch viele Vorkehrungen geschützt und die Strahlen dringen nicht nach außen. Ist das Gerät aber defekt, hat Löcher oder die Tür schließt nicht richtig, sollte es nicht mehr verwendet werden. Die Hersteller kennen jedoch diesen Umstand und haben die Geräte entsprechend abgeschirmt. Selbst recht alte oder günstige Mikrowellen sind so konzipiert, dass so gut wie keine Strahlen aus dem Garraum gelangen. Dennoch solltest du das Gerät in regelmäßigen Abständen prüfen. Wie genau das funktioniert, wird dir bei wikiHow erklärt.
  • Schwangerschaft: In der Schwangerschaft sollten sich Frauen generell von unnötiger Strahlenbelastung fernhalten und gesund leben. Dazu gehört auch die Mikrowelle. Versuche also eventuellen Risiken aus dem Weg zu gehen. So schützt du nicht nur deinen eigenen Organismus, sondern auch dein ungeborenes Kind. Bleib also zum Beispiel nicht neben der eingeschalteten Mikrowelle stehen.
  • Herzschrittmacher: Menschen mit einem Herzschrittmacher können sich ohne Einschränkungen in der Nähe der Mikrowelle aufhalten. Der Körper wird nicht mehr belastet, als bei einem gesunden Menschen. Die Strahlen wirken nicht auf den Herzschrittmacher ein. Hier sind Emissionen durch Mobiltelefone oder Funknetzwerke bedenklicher eingestuft von der Wissenschaft.

Ist Mikrowellenstrahlung krebserregend? – Nein

Viele Gerüchte besagen, dass die Mikrowellenstrahlen krebserregend sei. Dabei mutieren die menschlichen Zellen aber erst bei Kontakt mit ultravioletter Strahlung, die eine deutlich höhere Frequenz hat. Im Alltag sind wir ähnlicher Strahlung ausgesetzt, die in dieser Konzentration aber ungefährlich ist. Die erwärmten Gerichte tragen ohnehin kein Risiko in sich, da die Wellen sofort nach dem Gebrauch in sich zusammenfallen. Mikrowellenstrahlung ist also weder krebserregend noch radioaktiv. Es bleibt nur die Wärme in deinem Gericht oder Getränk und es sind keine Rückstände der Strahlung zu finden.

Interessant: die häufigsten Verletzungen im Zusammenhang mit einer Mikrowelle sind Verbrennungen. Du solltest also immer auf das richtige Geschirr und auf die korrekte Einstellung achten. Im Zweifelsfall helfen Ofenhandschuhe beim Entnehmen der Speisen weiter.

Geeignetes Geschirr verwenden – dünnes Metall schmilzt

Für eine korrekte und ungefährliche Funktionsweise solltest du genau darauf achten, was du in die Mikrowelle stellst. Manche Teller besitzen einen dünnen Goldrand. Andere Schalen bestehen aus Alufolie. Diese Metallschichten könnten bei dem Kontakt mit den Mikrowellen schmelzen und auf die Speisen übergehen. Sind sie zu dicht am Rand positioniert, schlagen die Metallteile sogar funken. Verwende deshalb nie derartiges Geschirr. Dickeres Metall, wie beispielsweise Gabel oder Löffel erwärmen sich nur. Bei manchen Getränken ist es sogar hilfreich, einen Löffel mit in den Becher zu stecken. So ist ein gleichmäßigeres Ergebnis garantiert.

Verlust von Nährstoffen – eher durch die Wärme

Es ist nach wie vor umstritten, ob die Mikrowellen wirklich auf den Nährstoffgehalt der Speisen einwirken. Es gibt bisher wenig Beleg oder Studien darüber, da eine Veränderung nicht immer etwas mit den Mikrowellenstrahlen zu tun hat. Auch eine zu lange Garzeit oder eine zu hohe Temperatur können die wichtigen Stoffe in den Gerichten zerstören. Vitamin C verträgt beispielsweise keine Hitze und auch andere Vitalstoffe gehen beim Erwärmen jeglicher Art verloren. Vielmehr ist also eine falsche Einstellung schuld als die elektromagnetischen Wellen selbst. Achte deshalb am besten auf die Gartabellen des Herstellers als Tipps.

Hinweis: Der Verlust von Nährstoffen ist also in der Hitzeentwicklung an sich und nicht in der Mikrowellenstrahlung begründet.

Die Mikrowelle liefert teilweise sogar bessere Ergebnisse als der klassische Kochtopf oder Backofen. Gemüse bleibt oft knackiger und auch die natürlichen Aromen sind noch vorhanden. Auch Vitamine bleiben in den Speisen erhalten, die normalerweise ins Kochwasser übergehen und anschließend mit weggeschüttet werden. Die Mikrowelle braucht nur wenig Wasser für das schonende Garen.

Fleisch oder überbackener Käse gelingt bei reiner Mikrowellenbestrahlung allerdings nicht so gut. Es entstehen keine Röstaromen und die Temperaturen sind teilweise zu niedrig. Deshalb gibt es Kombimikrowellen mit Heißluft und Grill, die diesen Umstand mindern und sogar noch schneller Überbacken und Zubereiten als ein herkömmlicher Backofen. Eine weitere Gefahr besteht bei Eiern und Geflügel. Beide Speisen müssen vollständig und gleichmäßig erhitzt werden, um Krankheitserreger, wie Salmonellen, abzutöten. Das gelingt in der Mikrowelle bei geringer Temperatur nicht immer.

Manche Kritiker beschreiben eine Auswirkung auf das Blutbild. Dieses Video geht näher auf die Behauptung ein:

Die Vor- und Nachteile der Mikrowellenbestrahlung

VorteileNachteile
  • Schnelles Erhitzen
  • geringer Energieverbrauch
  • gute Leistungsregulierung
  • einfache Bedienung
  • viele Sonderfunktionen
  • kann Backofen ersetzen
  • nicht krebserregend
  • Nicht jedes Geschirr ist geeignet
  • zum Teil gefährlich bei Austritt aus einem defekten Gerät

Grenzwerte und Messungen – geringe Leckstrahlung

Die Mikrowellenstrahlung kann natürlich auch gemessen und genau definiert werden. Deshalb gibt es bei den Geräten einen festgelegten Emissionsgrenzwert, der nicht überschritten werden sollte.

Hier gilt: bei einem Abstand von 5 cm um das Gehäuse dürfen die Strahlungswerte nicht mehr als fünf Milliwatt pro cm² betragen. Das sind umgerechnet 50 W pro m².

Experten weisen in diesem Zusammenhang immer wieder auf die Leckstrahlung der Mikrowelle hin. Die Glastür der Mikrowelle ist zwar mit einem Metallgitter versehen, aber durch die kleinen Löcher gelangt trotzdem etwas nach außen. Wenn du direkt vor der Mikrowelle stehst, nimmst du diese Leckstrahlung auf.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat diesen Grenzwert von 5 Milliwatt pro cm² nicht nur festgelegt, sondern veranlasst regelmäßig Prüfungen, ob die Hersteller diesen Wert auch einhalten. Die letzte ausführliche Messung fand im Jahr 1997 statt und kann laut Bundesamt noch für gültig gesehen werden. Schließlich gab es keine grundlegenden technischen Veränderungen in den letzten Jahren. Die Leckstrahlung der meisten Hersteller beträgt etwa 1 % des festgelegten Grenzwertes, wenn an der Geräteoberfläche gemessen wird. Je größer der Abstand zur Mikrowelle selbst, desto geringere Strahlungswerte ist vorhanden. Bist du zum Beispiel 30 cm entfernt, sind nur noch 5 – 10 % von der Oberflächenstrahlung vorhanden und nahezu zu vernachlässigen. Ein Handy verursacht hier eine noch höhere Emission und wird direkt ans Ohr gehalten.

Spezielle Messgeräte – beliebte Beispiele

Wer wirklich selbst auf die Suche gehen und die elektromagnetischen Wellen aufspüren möchte, benötigt ein Messgerät dafür. Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Modelle die sofort anzeigen, wenn eine erhöhte Belastung vorliegt. Die Indikatoren messen also den Ist-Zustand, der sich um deine Mikrowelle während des Betriebs befindet. Auf dem Display wird der ermittelte Wert angezeigt und je nach Gerät gibt es eine Warnanzeige oder einen Warnton, wenn der Grenzwert überschritten wird. So lässt sich die Leckstrahlung gezielt und Vorort messen. Wir haben dir die beliebtesten Modelle dafür rausgesucht:

Mikrowellenindikator von TROTEC

( Rezensionen)
Mikrowellenindikator von TROTEC

Besonderheiten

  • Messbereich: 0 – 9,99 mW/cm²
  • Genauigkeit: +/- 1dB
  • Alarm bei 5,0 mW/cm²
  • kalibriert auf 2.450 MHz
  • beleuchtetes Display
Elektromagnetische Wellen sind nicht sichtbar und ab einem bestimmten Grenzwert schädlich für den menschlichen Körper. Mit diesem Messgerät von TROTEC lassen sich die Strahlungswerte genau definieren und mit dem Grenzwert von 5,0 mW/cm² vergleichen. Dabei kommt das Modell nicht nur bei der Mikrowelle zum Einsatz. Auch Mobilfunknetze, WLAN oder schnurlose Telefone lassen sich auf die Emissionen prüfen. Die Genauigkeit liegt hier bei +/- 1 dB, wobei das Produkt auf den Frequenzbereich von 2.450 MHz kalibriert ist. Es gibt eine Anzeige des Maximalwertes und eine Hold-Funktion. Außerdem bekommst du ein beleuchtetes Display und eine Abschaltautomatik. Die Kunden loben das Preis-Leistungsverhältnis und den Betrieb per Batterien, da so das Messgerät überall zum Einsatz kommen kann.
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PCE Strahlungsmesser

( Rezensionen)
PCE Strahlungsmesser

Besonderheiten

  • Ballonsensor
  • Genauigkeit: +/- 1dB
  • mehrere Auflösungen
  • Frequenzbereich bis 3,5 GHz
  • einfache Bedienung
Wer es lieber etwas professionell mag, kann sich für diesen Strahlungsmesser von PCE entscheiden. Er ist mit einer 3-achsigen Rundsonde an der Front ausgestattet und nimmt verschiedene elektromagnetische Wellen wahr. Magnetische Felder, beispielsweise durch Monitore oder Fernseher, sowie die Erfassung von Strahlungswerten ist möglich. Hier zählen Mikrowellen, WLAN oder GSM dazu. Teilweise kann das Modell bis zu 3,5 GHz auch im Hochfrequenzbereich zum Einsatz kommen. Die Umrechnungen auf die Einzelachsen ersparst du dir bei diesem Artikel. So werden dir zumindest verschiedene Zahlenwerte angezeigt, einen Piepton gibt es aber nur bei der Überschreitung eines Grenzwertes. Die Kunden loben das Messgerät für seine Vielseitigkeit und Flexibilität, bemängeln aber den hohen Preis.
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Fazit

Viele Gerüchte und Behauptungen verschaffen den Mikrowellen teilweise einen schlechten Ruf. Die Ergebnisse zeigen jedoch: die Strahlungswellen sind nur bedingt schädlich und nehmen keinen negativen Einfluss auf die Lebensmittel. Wenn sich die Hersteller an die Grenzwerte halten und die Geräte ordentlich abgeschirmt sind, bedeuten die Mikrowellen keine Gefahr für den menschlichen Organismus. Sie sind also nicht krebserregend, aber auch nicht ganz ungefährlich. Du solltest immer auf eine ordentliche Funktionsweise und genau auf mikrowellengeeignetes Geschirr achten. Halte dich an die Gartabellen des Herstellers und beachte, dass nicht alle Lebensmittel für die Mikrowelle gedacht sind. Bei Unsicherheit helfen dir kleine Messgeräte zur Definition der Strahlungsemission weiter.

Weiterführende Links

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