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Alufolie in der Mikrowelle – nur unter bestimmten Bedingungen

Einmal ziehen, mit einem kurzen Ratschen abtrennen, fertig. Schon sind Ofenkartoffel, Fisch oder auch Reste vom letzten Essen sicher und schnell in Alufolie verpackt. Will man sie aber aufwärmen, kommt der Ofen zum Einsatz, denn Alufolie gilt nach wie vor als Tabu für die Mikrowelle. Warum das so ist und ob ihre Verwendung hier tatsächlich so kritisch ist, haben wir für dich genauer unter die Lupe genommen.
Besonderheiten
  • metallisch
  • formbar
  • sehr leicht
  • reißfest
  • rostbeständig
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Alufolie besteht aus Aluminium, einem der häufigsten auf der Erde vorkommenden Stoffe.
  • In der Mikrowelle kann das Alumaterial schmelzen oder sogar Funken schlagen und das Gerät nachhaltig schädigen.
  • Inzwischen wurden mittels Forschung aber Umstände ermittelt, unter denen sie dennoch in der Mikrowelle verwendet werden kann.

Gehört Alufolie in die Mikrowelle?

Sie ist sehr leicht, formbar, reißfest und rostet nicht: Alufolie besteht aus dem nach Eisen am Zweithäufigsten verwendeten Metall der Welt. Im Zusammenhang mit der Mikrowelle wird allerdings von Schmelzen, Funkenflug bis hin zu Bränden und Beschädigungen der Mikrowelle berichtet.

Seit einiger Zeit gibt es dennoch Stimmen aus der Forschung, die belegen, dass unter den richtigen Umständen eine Verwendung in der Mikrowelle durchaus möglich ist. Schauen wir uns das einmal genauer an.

Wie funktioniert eine Mikrowelle? Hitze durch Schwingung

Eine Mikrowelle versetzt mittels Wellen Moleküle in Schwingung, wodurch sich die Stoffe erhitzen. Durch das Reflektieren an den gegenüberliegenden Wänden überlagern sich die Wellen zudem und schaffen im Inneren wärmere und kältere Areale (hot spots und cold spots). Damit dein Essen aber nicht nur aus solchen Spots besteht, kommt der im Boden angebrachte Drehteller zum Einsatz: Durch die rotierende Bewegung kommen Speisen mit beiden Arealen in Berührung und werden so gleichmäßig erhitzt.

Hinweis
Wie schnell sich dein Essen erwärmt, ist von übrigens seiner Menge, Temperatur und Beschaffenheit abhängig. Flüssigkeiten können zum Beispiel schneller in Schwingung versetzt werden und sich zügiger aufheizen.

Alufolie und Lebensmittel – unbedingt Salz und Säure vermeiden

Bevor wir ins Detail gehen, noch ein paar wissenswerte Infos zu Alufolie. Von Natur aus im Boden enthalten, kann Aluminium von Pflanzen, Tieren und schlussendlich auch von uns über die Nahrung aufgenommen werden. Inzwischen befindet es sich in zahlreichen alltäglichen Produkten – beliebte Beispiele sind Gemüsesorten, aber auch Trinkwasser, Kosmetika, Deos oder Lebensmittelverpackungen.

Allerdings steht Alu seit langem schon im Verdacht, verantwortlich für vielerlei Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu sein. Deshalb empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung auch, auf Produkte, die Alu enthalten, möglichst zu verzichten.

Möchtest du dich dennoch nicht von Alufolie verabschieden, solltest du unbedingt wissen, dass salzige oder saure Lebensmittel das Herauslösen von Aluminium-Ionen verstärken – besonders beim Erwärmen. Dadurch kann eine weitaus größere Menge des Stoffes in deine Lebensmittel übergehen und schlussendlich von dir aufgenommen werden. Genaueres dazu findest du auf den Seiten der Verbraucherzentrale:

Was passiert mit Alufolie in der Mikrowelle?

Bei Metallen und leitfähigen Materialien entsteht sehr hoher Strom von mehr als 20 Ampere. Durch den elektrischen Widerstand kommt es zu einer besonders hohen Wärme. Dickere Materialien werden hier in erster Linie nur warm (bzw. heiß), besonders dünne Stoffe können aber schmelzen. Das passiert zum Beispiel bei metallischen Verzierungen und Goldrändern an Geschirr. Die Ornamente können beschädigt werden und Löcher im Goldrand entstehen.

Analog dazu ergeht es der Alufolie von der Rolle: Im besten Fall schmilzt sie, das passiert aber nur eher bei kleinen Stücken. Dafür ist eine Temperatur von 660,5°C nötig, die aber bei diesem Material unter Mikrowellenstrahlung durchaus erreicht werden kann.

Sind die Alu-Stücken größer, entstehen auch höhere Stromstärken. Giftige, schädliche Dämpfe durch Folienrauchen, aber auch Blitz- und Funkenbildung bis zu einem wahren Funken-Gewitter sind möglich, wenn die Folie zu nah an den Rand kommt. Du kannst dir vorstellen, dass so etwas deine Mikrowelle ziemlich schnell kaputt machen kann. Darüber hinaus wurde sogar schon über Rauchgasvergiftungen berichtet, weil das Gerät dabei Feuer fing. Es bleibt leider dabei – es ist keine gute Idee, den in klassische Folie aus Alu eingewickelten Döner noch mal in der Mikrowelle aufzuwärmen.

Hinweis
Frischhaltefolie ist hier übrigens kein guter Ersatz. Sie kann schmelzen oder sich im besten Fall kräuseln. Darüber hinaus kann bei einem mit Folie abgedeckten Gericht natürlich kein Dampf entweichen und es entsteht ein hoher Druck.

Um uns aber wieder ein wenig mit der Alufolie zu versöhnen: Inzwischen wurde spezielle Mikrowellenfolie entwickelt, die man für die Mikrowelle nutzen kann. Sie birgt keine der oben genannten Gefahren, muss aber unbedingt auch vom Hersteller als Mikrowellenfolie gekennzeichnet sein.

Die Aluschale – bei richtiger Verwendung mikrowellentauglich

Grundsätzlich raten wir dir nach wie vor davon ab, Metall in der Mikrowelle zu verwenden. Das Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung hat allerdings vor einiger Zeit belegt, dass Aluminiumschalen (zum Beispiel, wenn du etwas aus dem Restaurant mitnimmst) bzw. Dosen bei richtiger Befüllung durchaus in der Mikrowelle verwendet werden können. Folgende Bedingungen müssen hierfür aber zwingend erfüllt sein:

  • Der Deckel muss vollständig entfernt sein, damit innen kein Druck entsteht.
  • Das Innere der Schale muss komplett mit Lebensmitteln bedeckt sein.
  • Du solltest die Schale auf keinen Fall auf einen metallischen Untergrund stellen. Um sicherzugehen, greife lieber zu Glas oder Keramik.
  • Verzichte darauf, mehrere Schalen auf einmal einzustellen – das Erhitzen dauert länger und das Risiko eines Kurzschlusses steigt.
  • Und zu guter Letzt: Stelle sicher, dass deine Schale die Mikrowelle auch beim Drehen an den Wänden nicht berührt.

Das ist zunächst interessant zu wissen, aber sind wir mal ehrlich: Ein Fehler genügt und die Folie aus Alu folgt wieder ganz ihrem bisherigen Naturell.

Zudem enthalten die Dinge, die du in so einer Schale in der Mikrowelle aufwärmst, häufig mindestens Salz. Auch wenn die Erwärmung auf diese Art und Weise durchaus funktioniert, läufst du also immer noch Gefahr, dass sich Aluminiumionen aus der Verpackung lösen und in die Lebensmittel übergehen. Deshalb empfehlen wir dir, auf eine andere Schale zurückzugreifen. Wenn es schon kein mikrowellengeeigneter Kunststoff (zum Beispiel von Tupperware) ist – Behälter aus Glas oder Porzellan finden sich hierzulande in so gut wie jedem Haushalt.

Wirkt sich die Erwärmung in der Aluschale auf den Geschmack aus?

Auch hierzu gibt es Forschungen. Das Mikrowellen-Ergebnis aus der Aluschale soll mitunter sogar besser sein, als bei der Erwärmung in Gefäßen aus anderen Materialien. Die Erwärmung dauert hier zwar etwas länger, da das Metall die Hitze stärker abschirmt, die Temperatur soll aber angenehmer sein und es wird auch von der Bildung einer Kruste berichtet.

Aber auch hier gilt: Salzige oder saure Speisen können die Aluminiumionen herauslösen und sie in deine Speisen übergehen lassen. Ob es das Risiko wert ist, musst du letztendlich selbst entscheiden. Unabhängig ob es Edelstahl, Goldränder, Zinn, Eisen oder schlussendlich Aluminiumschalen sind – wir empfehlen dir weiterhin, nach wie vor auf Metall in der Mikrowelle zu verzichten.

Fazit – Sicherheit und Gesundheit gehen vor

Es gibt inzwischen Voraussetzungen, unter denen Alufolie in der Mikrowelle verwendet werden kann. Werden diese aber nicht erfüllt, kann man schnell eine unangenehme Überraschung erleben. Zudem sollte man im Hinterkopf behalten, dass bestimmte Lebensmittel gerade in Kombination mit Hitze dafür sorgen können, dass sich Aluminiumionen lösen und in dein Essen übergehen. Deshalb raten wir dir nach wie vor zur Vorsicht und lieber zu einem aluminiumfreien Teller aus Glas, Keramik oder mikrowellenfestem Plastik.

Weiterführendes

Alufolie in der Mikrowelle:

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